Alzheimer wegen Parodontitis?

Alzheimer wegen Parodontitis?

Alzheimer ist eine degenerative Erkrankung die hauptsächlich ältere Menschen betrifft. Auf der Jahrestagung der IADR (International Association for Dental Research) im Juli in Barcelona stellte eine dänisch-amerikanische Forschergruppe eine Studie vor, die einen Zusammenhang zwischen chronischen Infektionen des Zahnhalteapparates und geringen kognitiven Hirnleistungen belegt.

Eine chronische Parodontitis als periphereEntzündung kann, basierend auf den Ergebnissen der Studie, auch die Hirnfunktion beeinflussen. Möglicherweise verstärkt Parodontitis Entzündungsreaktionen im Gehirn, die Hirnzellen absterben lassen und die Entwicklung einer Demenz begünstigen.

Es wurden Daten von 152 Menschen ausgewertet, die im Alter von 50 und 70 Jahren an einem standardisierten Test zur Messung kognitiver Hirnfunktionen teilgenommen hatten. 70-Jährige mit ausgeprägter Parodontitis zählten mit sechsmal größerer Wahrscheinlichkeit zur Gruppe der Probanden mit den schlechtesten Ergebnissen im Hirnfunktionstest. Dabei waren andere Einflussfaktoren wie Geschlecht, Bildungsstand, Tabakkonsum, Body-Mass-Index, Bluthochdruck und Blutfettwerte bereits berücksichtigt. Der enge Zusammenhang zwischen Parodontitis und kognitiven Fähigkeiten im Alter von 70 Jahren bestand unabhängig davon, wie die Personen 20 Jahre zuvor im Hirnfunktionstest abgeschnitten hatten.

Andere Studien haben bereits ergeben, dass Alzheimer-Patienten einen stark erhöhten Blutspiegel bestimmter Antikörper und entzündungstypischer Substanzen aufweisen, die als Merkmale einer Parodontitis gelten. Die neuen Forschungsergebnisse unterstützen die Annahme, dass eine Parodontitis zur Entwicklung einer Demenz beitragen kann.

Quelle: IADR Generalsession Barcelona 2010