Ernährung in der Schwangerschaft - Tipps vom Zahnarzt

Ernährungs-Tipps für werdende Mütter

Sich gesund und ausgewogen zu ernähren, ist immer wichtig. Doch gerade Schwangere sollten noch genauer darauf achten, was und wie sie essen. Soll doch nicht nur die Mutter fit bleiben, sondern sich auch das Baby prächtig entwickeln. Unglücklicherweise bewirken hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft eher eine Tendenz zu ungesunden Ernährungsweisen. Nicht zuletzt für die mütterliche Mundhygiene als auch um möglichen Infektionen vorzubeugen, die auf das Kind im Mutterleib übertragen werden könnten, ist eine bewusste und zahngesunde Ernährung in dieser aufregenden Zeit unabdingbar.

Lebensmittel und Mundhygiene: Davon eher weniger, davon gern mehr

Alles, was das ungeborene Kind benötigt, holt es sich aus den Dingen, aus denen sich die künftige Mutter ernährt. Doch „für zwei“ essen und trinken muss man deshalb noch lange nicht. Die Menge der Nahrung ist ohnehin nachrangig – wichtiger ist, welche Produkte Schwangere zu sich nehmen. Um mögliche Risiken für das Baby zu minimieren, sollten schwangere Frauen zu bestimmten Lebensmitteln eher Abstand halten. Die Gefahr von Infektionen der Mutter durch diese Nahrungsmittel, die sich auf das werdende Kind übertragen könnten, ist der Grund dafür. An erster Stelle müssen hier rohe Lebensmittel genannt werden. So können in Tatar oder in rohem Hackfleisch sogenannte Toxoplasmen vorkommen, die ebenso wie Salmonellen – die bekanntlich in rohen Eiern als auch in daraus hergestellten Süßspeisen wie Tiramisu enthalten sein können – als mögliche Infektionsquellen in Betracht kommen.

Ein typisches Phänomen vor allem in der späten Schwangerschaft ist das häufige Sodbrennen. Extrem scharfe, saure oder fettige Nahrungsmittel sollten werdende Mütter deshalb eher meiden. Unglücklicherweise haben Schwangere gerade auf saure oder auch süße Lebensmittel nicht selten Heißhunger. Kann man sich diesen Attacken dann nicht erwehren, schädigen die in den Nahrungsmitteln enthaltenen Säuren auf Dauer die Zahngesundheit. Die Säuren greifen die Zahnoberflächen an und machen diese empfänglicher für Bakterien. Karies macht sich breit, vor allem wenn zwischendurch ständig nach Süßem gegriffen wird.

Nicht nur die Mund-, sondern auch die Darmflora nimmt von solchen Lebensmitteln Schaden. Experten empfehlen daher, mehr kauintensive Nahrung zu sich zu nehmen. Von Vollkornbrot, frischem Gemüse (z. B. Karotten) und Hülsenfrüchten wie Erbsen darf es also während der Schwangerschaft gern mehr sein. Diese Nahrungsmittel trainieren durch das langanhaltende Kauen einerseits das Zahnfleisch und die Zähne – diese werden quasi mechanisch gereinigt – und minimieren andererseits das Auftreten von unangenehmen Verdauungsproblemen.

Schwangere benötigen reichlich Vitamine

Werdende Mütter haben einen erhöhten Nährstoffbedarf. Den regelmäßig mit Lebensmitteln zu decken, die überdurchschnittlich viele Vitamine sowie Folsäure enthalten, ist deshalb dringend geboten. So ist etwa Vitamin A bzw. Beta-Karotin in Gemüse (z. B. Feldsalat, Karotten, Broccoli, Spinat) sowie in Fisch enthalten; Vitamin C hingegen in den meisten Obstsorten (z. B. Erdbeeren, Johannisbeeren, Zitrusfrüchte), aber auch in Paprika und Fenchel.

Nimmt die Schwangere zu wenig Vitamin A und C auf, greift das die überaus empfindliche Mundschleimhaut an und schwächt deren Schutzwirkung. Folge kann zunächst ein häufiges Zahnfleischbluten sein. Als Reaktion darauf verringern manche Personen ihre Aktivitäten zur Mundhygiene, um das angegriffene Zahnfleisch nicht noch mehr zu reizen. Daraus können langwierige Entzündungserkrankungen entstehen, die für die Mutter mindestens unangenehm sind und für das Baby aufgrund des Infektionsrisikos eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen. Diesen Teufelskreis zu durchbrechen, wird mit dem weiteren Voranschreiten bakteriell bedingter Entzündungen im Mundraum immer schwieriger.

Bereits in der frühen Schwangerschaft beginnt die Zahnentwicklung

Das überrascht selbst einige werdende Mütter: Schon ab der achten Schwangerschaftswoche werden im Mutterleib die Zähne des Kindes angelegt. Eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen – vor allem mit den Vitaminen A, C und D sowie ganz besonders Kalzium – ist daher auch für die Ausbildung der kindlichen Zähne wichtig, damit diese so widerstandsfähig wie möglich werden.
Dass Milch und Milchprodukte gut für Zähne und Knochen sind, ist seit vielen Generationen hinlänglich bekannt. Ursache dafür ist deren hoher Kalzium-Anteil. Mütter sollten auch hier an ihr Baby denken: Die Knochenbildung setzt im fünften Schwangerschaftsmonat ein. Milch, Naturjoghurt oder Käse dürfen auf jeden Fall regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Eventuell ist in Absprache mit dem Frauenarzt auch die Einnahme zusätzlicher Kalziumtabletten ratsam.

Als positiver Nebeneffekt wirken Milch und Käse der Säurebildung im Mundraum entgegen, und auch die neutralen bzw. basischen Lebensmittel (z. B. Gemüse, Kartoffeln und Nüsse) schädigen die Zähne nicht. Kurzum: Eine ausgewogene Ernährung ist nicht nur wichtig für die Zahngesundheit der Mutter, sondern unterstützt gleichzeitig die Zahnentwicklung beim noch ungeborenen Kind.


Im nächsten Beitrag erfahren Sie, wie Sie Ihrem Kind das Zähneputzen beibringen können.
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