Latex oder Silikon? Das Material des Schnullers ist eine Frage des Geschmacks

Latex oder Silikon Schnuller?

Schnuller unterscheiden sich nicht nur in ihrer Größe, Form, Farbe und Ausführung. Sie sind auch in zwei verschiedenen Materialien erhältlich: Latex (Naturkautschuk) und Silikon. Beide sind seit Jahren bewährt, verfügen allerdings über unterschiedliche Eigenschaften.

Naturkautschuk ist elastisch, reiß- und bissfest, kann jedoch Allergien hervorrufen

Als Naturmaterial weist Latex einen gelblich-bräunlichen Farbton sowie einen typisch gummiartigen Geruch und Geschmack auf. Es ist sehr elastisch und weich, aber trotzdem sowohl reiß- als auch bissfest. Nuckel, die aus dem strapazierfähigen Material bestehen, sind für Kinder mit Zähnchen geeignet, da diese häufig auf das Saugteil beißen. Einige Hersteller bieten aus einem Guss gefertigte Latexschnuller an. Diese gelten als besonders hygienisch, da sie keine Nahtstellen haben, an denen sich Keime sammeln können.

Durch Benutzung, Aufbewahrung und häufiges Abkochen altern die Trosthilfen aus Naturkautschuk mit der Zeit und werden im Allgemeinen schneller porös als Silikonsauger. Um das Material zu schonen, sollten Latexschnuller maximal zwei Minuten im kochenden Wasser bleiben. Darüber hinaus sollten sie möglichst keiner direkten Sonneneinstrahlung oder großer Hitze ausgesetzt werden, weil das die Alterung beschleunigen kann.

Nach und nach schwinden Elastizität und Reißfestigkeit. Sobald das Saugteil klebrig und spröde wird, ist ein Austausch des Nuckels notwendig. Ein großer Nachteil des Materials ist, dass es Allergien auslösen kann. Die Zahl der Menschen mit einer Latexallergie steigt beständig.

Der weniger weiche Kunststoff Silikon punktet mit längerer Haltbarkeit

Das künstlich hergestellte Silikon kommt oft in der Medizintechnik zum Einsatz und ist im Gegensatz zu Naturkautschuk transparent, geruchs- und geschmacksneutral. Deshalb ist es für Stillkinder eher geeignet. Selbst bei hohen Temperaturen bleibt es formstabil. Häufiges Auskochen verträgt das Material somit sehr gut. Außerdem ist es resistenter gegenüber Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung und Wärme, wodurch Silikonnuckel länger haltbar sind als solche aus Latex. Weil es aber auch weniger weich und elastisch ist, können die Zähnchen des Kindes dem Material leichter Schaden zufügen. Einmal beschädigt, reißt es weiter, weshalb Beruhigungssauger aus Silikon sofort ausgetauscht werden müssen, wenn Risse auftreten.

Im Allgemeinen erweist sich das heute eingesetzte Silikon in Reiß- und Zugtests als ähnlich stabil wie Latex. Frühere Generationen des Materials waren da noch bedenklicher, weil Babys Stücke aus dem Lutschteil herausbeißen und verschlucken konnten. Tragische Unglücksfälle waren die Folge.

Heutzutage werden strenge Normprüfungen durchgeführt, um die Einhaltung allgemeiner, chemischer und mechanischer Anforderungen zu testen. Nichtsdestotrotz hat Stiftung Ökotest in einigen Silikonsaugern die als krebserregend geltende PAK-Verbindung Naphthalin nachgewiesen. Es wird vermutet, dass dies auf Verpackungen aus Recyclingkarton oder die auf dem Beipackzettel verwendete Druckertinte zurückzuführen ist.

Geschmacks-, Zusatz- und Schadstoffe sind tabu, Hygiene ist dafür umso wichtiger

Sowohl aus Latex als auch aus Silikon gefertigte Schnuller haben folglich Vor- und Nachteile. In den meisten Fällen entscheidet das Kind darüber, welches Material es akzeptiert und welches es ablehnt. Eltern sollten jedoch darauf achten, dass der Trostspender ihres Babys frei von Geschmacks- und Zusatzstoffen ist sowie keine gesundheitsschädlichen Chemikalien enthält.
Ganz gleich, ob Latex oder Silikon: Auch bei der Reinigung gilt es, einige Hinweise zu berücksichtigen.

Da das Immunsystem des Säuglings bis zum Ende des dritten Lebensmonats noch nicht voll entwickelt ist, spielt die Hygiene eine wichtige Rolle. Nachdem der Nuckel verschmutzt wurde, weil er z. B. heruntergefallen ist, muss er vor der weiteren Benutzung abgekocht werden. Bei älteren Babys und Kleinkindern genügt eine Reinigung mit heißem Wasser und Spülmittel. Außerdem ist es dann ausreichend, den Sauger einmal täglich auszukochen. Prinzipiell sollte er nach ein- bis zweimonatigem Gebrauch ersetzt werden – auch wenn er noch keine Beschädigungen aufweist. Risse oder andere Schäden erfordern hingegen einen sofortigen Austausch!


Liebe Besucher,

das war der letzte Teil der „Schnuller-Trilogie“. Wir hoffen sehr, dass offene Fragen beantwortet und spannende Informationen durch unsere praxisnahe Berichterstattung bei Ihnen gut aufgenommen wurden. Sie sollten nun wissen, ob Schnuller die Sprachentwicklung verzögern und ob Schnuller Zahnfehlstellungen verursachen.