Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation – eine neuzeitliche Erkrankung ?

Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation – eine neuzeitliche Erkrankung ?

Was bedeutet die Molaren-Inzisiven-Hypominarlisation (MIH)?

Die sogenannte Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation ist eine Erkrankung der Zahnhartsubstanz der ersten bleibenden Moralen (Backenzähne; 6 Jahr Molar) und zum Teil je nach Ausprägung auch der bleibenden Frontzähne. In den letzten Jahren häuften sich Berichte von Zahnärzten, dass trotz einer sich stetig verbessernden Zahnpflege bei Kindern die Fälle einer Hypomineralisation häufen.

Die Literaturangaben zu diesem Thema schwanken. Für Skandinavien wird z.B. eine Prävalenz von 19% angegeben und für den Deutschsprachigen Raum eine Prävalenz zwischen 4-6% mit steigender Tendenz.

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Was sind die Ursachen einer Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation?

Die möglichen Ursachen für die Entstehung einer MIH sind bislang noch nicht endgültig geklärt worden. Auf der einen Seite werden Pneumonie, hohes Fieber, hochdosierte Antibiotikagabe, Störung im Mineralhaushalt, Frühgeburt und Sauerstoffmangel bei der Geburt oder später respiratorische Erkrankungen in der frühen Kindheit (Asthma bronchiale, rezidivierende Bronchitiden) oder Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Scharlach, Mumps und Masern während der ersten drei Lebensjahre als mögliche Ursache einer MIH diskutiert.

Auf der anderen Seite stehen Dioxin und polychloriertes Biphenyl (PCB) und Bisphenol A in der Muttermilch und mehr als neun Monate Stillen in Verdacht, die Erkrankung auszulösen. Bisphenol A z.B. wird unter anderem bei der Herstellung von Plastikflaschen und Schnullern verwendet.

Wie äußert sich die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation?

Die von der Hypomineralisation betroffenen Zähne weisen je nach Schweregrad eine weiß-gelblich bis gelb-braune Verfärbung der Zahnhartsubstanz auf. Außerdem äußert sich diese Fehlbildung der Zähne durch fehlende Schmelz- und/oder Dentinareale verschiedener Größenordnung.

Die Zähne sind durch diese Fehlbildung weniger mechanisch belastbar und neigen selbst unter einer normalen Kaubelastung zu Schmelzabsprengungen was wiederum zu freiliegenden Dentinflächen führen kann.

Des weiteren besitzen die Zähne eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber chemischen und thermischen Reizen.
Für die Kinder mit einer MIH kann allein schon die Zahnpflege schmerzhaft sein. In Kombination mit einer Vernachlässigung der Mundhygiene auf Grund der Schmerzen kann dies zu einer raschen Entwicklung von kariösen Defekten führen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten bei einer Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation gibt es?

Sollte ein Kind von der MIH betroffen sein spielt vor allem ein regelmäßiger Zahnarztbesuch und eine Intensivprophylaxe eine sehr bedeutende Rolle.

Die Defekte an der Zahnhartsubstanz sollten entsprechend ihrer Ausdehnung behandelt werden. Kleinere Läsionen an den betroffenen Zähnen können mit Hilfe von Kunststofffüllungen versorgt werden. Bei größeren Verlusten der Zahnhartsubstanz werden die Zähne mit Teilkronen bzw. Kronen versorgt.

Bei Fragen stehen stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung,

Ihre Zahnärzte Nymphenburg