Ölziehen als alternative Therapieform bei Parodontitis

Ölziehen als alternative Therapieform bei Parodontitis

Die ayurvedische Lehre vertraut bereits seit 4000 Jahren auf die positiven Effekte von Ölanwendungen auf den menschlichen Organismus. Sie gelten als heilend, entgiftend und harmonisierend. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen die positive Wirkung des Ölziehens auf die Mund- und Zahnfleischgesundheit. Das Verfahren ist eine einfach anzuwendende und kostengünstige Methode, um Zahnfleischentzündungen zu behandeln. Als alternative Therapieform oder zur Begleitung einer zahnärztlichen Behandlung wird es deshalb gerade von Parodontitis-Patienten immer häufiger nachgefragt.

Antibakterielle Wirkung wissenschaftlich belegt

Ölziehen stärkt die Zähne, das Zahnfleisch sowie den Kiefer und wird deshalb zur Kariesvorbeugung, aber auch zur Bekämpfung von Zahnfleischentzündungen und Parodontitis eingesetzt. Zudem hilft es bei Mundgeruch, Mundtrockenheit und rissigen Lippen. Dass es sich dabei nicht um Placebo-Effekte handelt, bestätigen mehrere wissenschaftliche Untersuchungen. Die Teilnehmer einer 2007 durchgeführten Studie klagten über Zahnfleischentzündungen. Nach 45 Tagen täglicher Ölzieh-Anwendungen waren die Beschwerden deutlich zurückgegangen. Auch eine Reduzierung der vorhandenen Zahnbeläge konnte festgestellt werden. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2008 lieferte ähnliche Ergebnisse. Über 40 Tage angewendet, verringerte das Heilverfahren die Zahl der Kariesbakterien um 10 bis 30 Prozent.

Eine andere Studie konnte eine Reduktion von Karies verursachenden Bakterien bereits nach einer Anwendungsdauer von einer Woche nachweisen. Die Wirkung glich dabei der in der Kontrollgruppe, deren Teilnehmer Chlorhexidin eingesetzt hatten. Die Chemikalie soll längerfristig Karies vorbeugen, wenn man sie direkt auf die Zähne aufträgt, hat aber einige Nebenwirkungen. Als natürliche Alternative kommt Ölziehen im zahnmedizinischen Bereich gern zum Einsatz, da es gut verträglich und nebenwirkungsfrei ist. Auch die Wirkung gegen Mundgeruch verursachende Bakterien wurde bereits wissenschaftlich belegt.

Ölbehandlung entgiftet und fördert Heilung der Entzündung

Während des Ziehens verseift das Öl in der Mundhöhle. Dieser Vorgang unterstützt den reinigenden und desinfizierenden Effekt. Ölziehen hilft schädliche Bakterien im Mundraum zu bekämpfen und Zahnbeläge zu reduzieren. Es trägt damit zur Kariesbekämpfung bei. Darüber hinaus werden dem Zahnfleisch und der Mundschleimhaut Säuren und Gifte entzogen. Das Verfahren ist ideal, um eine zahnärztliche Parodontitis-Therapie zu Hause selbstständig fortzusetzen. Die Bewegung des Öls massiert und pflegt das Zahnfleisch. Dadurch wird es gestrafft, seine Regeneration und Durchblutung angeregt. Zahnfleischbluten wird somit gelindert, die Entzündung heilt schneller aus.

Morgendliche Ölanwendung sollte etwa 20 Minuten dauern

Doch wie führt man das Ölziehen richtig durch und was gibt es dabei zu beachten? Vor der Anwendung sollte eine gründliche Reinigung der Zunge erfolgen, um darauf befindliche Beläge zu entfernen. Prothesenträger sollten diese zuvor herausnehmen. Der beste Zeitpunkt für die Behandlung ist morgens direkt nach dem Aufstehen, noch vor dem Frühstück. Besonders geeignet sind kalt gepresstes Sesam- oder Sonnenblumenöl und natives Kokosöl, möglichst in Bio-Qualität. Alle drei Öle haben antibakterielle Eigenschaften, Sesam- und Kokosöl wirken außerdem auch entzündungshemmend. Bei Parodontitis oder anderen Infektionen im Mundraum empfiehlt es sich, dem Öl einen Tropfen Grapefruitkernextrakt beizumischen.

Nehmen Sie einen Esslöffel Öl in den Mund und bewegen Sie dieses ca. 20 Minuten lang hin und her. Die Zeit benötigt das Öl, um in alle Zahnzwischenräume und in die Zahnfleischtaschen einsickern und dort versteckte Bakterien abtöten zu können. Das Öl sollte während der Anwendung in Bewegung gehalten und saugend bzw. schlürfend durch die Zähne gepresst werden. Zwischenzeitlich empfiehlt sich immer wieder eine kurze Pause, damit das Öl in Ruhe einwirken kann. Gurgeln sollten Sie ebenso wenig wie die Flüssigkeit schlucken, um eine erneute Aufnahme der darin gelösten Gifte und Bakterien zu vermeiden.

Gegen Ende der Behandlung verfärbt sich die Öl-Speichel-Mischung weiß und wird zunehmend dünnflüssiger. Dann ist es an der Zeit, das Öl auszuspucken. Fangen Sie es möglichst in einem Papiertaschentuch auf, das Sie anschließend im Müll entsorgen. Dadurch verhindern Sie, dass das Öl samt der enthaltenen Giftstoffe in den Wasserkreislauf gelangt. Im Anschluss wird der Mund mit warmem Wasser gespült und die Flüssigkeit ausgespukt. Diesen Vorgang wiederholen Sie mehrmals. Nun können Sie sich gründlich die Zähne putzen. Bei Infektionen hilft es, zur Desinfizierung wiederum einige Tropfen Grapefruitkernextrakt auf die Zahnbürste zu geben.

Alternatives Heilverfahren kein Ersatz für tägliche Zahnhygiene

Trotz seiner positiven Eigenschaften ersetzt Ölziehen keinesfalls das tägliche Zähneputzen, sondern dient lediglich als zusätzliche Maßnahme zur Verbesserung der Mundhygiene. Sollten Sie es anfangs als unangenehm empfinden, jeden Morgen Öl in den Mund zu nehmen, beginnen Sie mit kleinen Mengen. Auch ein Teelöffel hat schon eine hervorragende Wirkung. Zudem ist es hilfreich, ein Öl zu verwenden, welches Sie besonders mögen. Kostet Sie die Methode große Überwindung, beginnen Sie mit einer fünfminütigen Spülung und erhöhen Sie die Zeitspanne täglich um einige Minuten.

Grundsätzlich sollte Ihnen das Ölziehen Spaß bereiten und nicht gezwungenermaßen durchgeführt werden. Zur Entgiftung des Mundraums ist eine einmal tägliche Anwendung ausreichend. Wollen Sie die heilende Wirkung beschleunigen, können Sie den Vorgang auch mehrmals am Tag wiederholen – am besten immer vor den Mahlzeiten und möglichst auf nüchternen Magen.

Quellenhttp://zentrum-der-gesundheit.de/oelziehen.html
(Studien und Inhalte aus PDFs rund um „Ölziehen“)


Im nächsten Beitrag, folgend am kommenden Dienstag, lesen Sie, wie „individuelle Parodontitis-Behandlung mit Autovaccinen“ möglich ist.