Wie bringt man einem Kind das Zähneputzen bei?

Wie bringt man einem Kind das Zähneputzen bei?

Irgendwann ist es bei jedem Baby soweit: Die ersten Zähnchen machen sich bemerkbar. Dann beginnt das Erlernen eines wenig geliebten aber dennoch wichtigen Rituals, das einem gewöhnlich bis an sein Lebensende begleiten wird: das Zähneputzen. Für Mutter und Kind mindestens eine spannende Herausforderung, manchmal ein Nervenkrieg. Mit dem sorgfältigen Putzen der Milchzähne – auch wenn diese später wieder ausfallen – legt man den Grundstein für die künftige Zahngesundheit seines Kindes.

Mundhygiene fängt schon beim Säugling an

Bereits bevor sich die ersten Zähne beim Neugeborenen zeigen, sollte der Mundhygiene viel Aufmerksamkeit gewidmet werden. Direkt nach der Geburt siedeln sich in der sensiblen Mundschleimhaut des Babys die ersten Mikroorganismen an. Keine Angst: Davon sind die meisten von der ungefährlichen Sorte und einer gesunden Entwicklung sogar dienlich. Doch einige schädliche Bakterien sind auch darunter und können beispielsweise Karies verursachen – noch vor dem Sichtbarwerden des ersten Milchzahnes.

Die ersten Nährstoffe nimmt das Baby über die Muttermilch oder eine entsprechende Ersatznahrung auf. Die Ernährung erfolgt über das Nuckeln, das gleichzeitig die Kiefermuskulatur stärkt. Beim Nuckeln am Fläschchen sollten Eltern zwei Sachen bedenken: Im Sinne der Mundhygiene dürfen nur zuckerfreie Getränke verabreicht werden, sonst droht die sogenannte „Flaschenkaries“. Zudem verdünnt jede aufgenommene Flüssigkeit den natürlich vorhandenen Speichel. Ist die Speichelproduktion herabgesetzt, haben schädliche Bakterien im Mundraum leichteres Spiel.

Eine neue Erfahrung für Mutter und Kind: Die ersten Zähne wachsen

Sobald die erste winzige Zahnspitze zu sehen ist – meist zwischen dem sechsten und achten Monat – sollte das Zähneputzen starten. Dafür braucht es noch keine richtige Zahnbürste, ein angefeuchtetes Wattestäbchen oder ein Fingerling aus Gummi genügen fürs Erste. Experten empfehlen, für Kleinkinder eine geschmacklose Zahnpasta zu wählen, da somit die Gefahr des Herunterschluckens minimiert wird. Ein süßer oder auch minziger Geschmack verleitet eher dazu, die Masse auch zu schlucken. Wir empfehlen erst dann mit Zahnpasta zu putzen, wenn Kinder verstehen, was „Ausspucken“ bedeutet.

Einmal Putzen am Tag reicht zunächst völlig aus. Die Mutter sollte dabei ganz vorsichtig ans Werk gehen, da das Zahnen ohnehin schmerzhaft ist. Wenn die Anzahl der Zähnchen dann nach und nach zunimmt, ist es sinnvoll, auf den üblichen Zwei-Mal-am-Tag-Rhythmus überzugehen und das Ritual morgens und abends in den Tagesablauf zu integrieren.
Damit dies besser gelingt, können sich Eltern frühzeitig gern beim Zähneputzen zuschauen lassen. Das findet das Kind nicht nur spannend, sondern lernt damit implizit, dass die Reinigung der Zähne so selbstverständlich wie Waschen, Schlafen oder Essen ist. Mit dieser cleveren Strategie macht man sich die in dem Alter stark ausgeprägte Neigung der Kinder zur Nachahmung zunutze. Mutter und Vater sollten somit auch bei der Zahnpflege ihrer Vorbildfunktion gerecht werden.

Früh übt sich: Zähneputzen für Anfänger

Spätestens mit drei Jahren wollen Kinder das Putzen häufig selbst in die Hand nehmen. Dafür fehlen ihnen aber oft noch die Feinmotorik sowie die notwendige Sensibilität. Mütter sollten den Wunsch ihres Nachwuchses, das Zähneputzen nun in Eigenregie anzugehen, auf keinen Fall ausschlagen – aber wenn möglich immer nachputzen, und das im Regelfall bis zum Schulalter.
Damit die ersten Putz-Versuche auch zum Erfolg werden, steht die Wahl einer geeigneten Zahnbürste an erster Stelle. Eltern sollten darauf achten, dass die erste Zahnbürste ihres Kindes ihrer Motorik entsprechend angepasst ist. Mit einem großen rutschfesten Griff, einem runden Bürstenkopf und weichen Borsten macht man nichts verkehrt. Eher kleine und elastische Bürsten – gern in den Lieblingsfarben – liegen besser in der Kinderhand als sperrige Exemplare.

Als für Kinder besonders geeignete Zahnputztechnik empfehlen Mediziner die KAI-Methode. Das heißt in der Praxis: Zunächst sind die Kauflächen dran, dann die Außenseiten der Milchzähne und zu guter Letzt die Innenflächen. Sind die Innenseiten an der Reihe, empfiehlt sich die seit vielen Generationen bekannte „Von Rot nach Weiß-Regel“. Die Zahnbüste wird immer vom (idealerweise hellroten) Zahnfleisch weg zum Ende des jeweiligen (hoffentlich weißen) Zahnes geführt.

Strategien gegen standhafte Putz-Verweigerer

Manche Kinder lassen sich für das Zähneputzen trotz aller Bemühungen der Eltern so gar nicht begeistern. Hier braucht es weitere kreative Ideen, um den Nachwuchs an das tägliche Reinigen ihrer Zähne heranzuführen. Bewährt hat sich etwa die Strategie, sich gegenseitig die Zähne zu putzen. Das macht Eltern als auch Kindern Spaß und darf zu einem festen Ritual etabliert werden. Auch der spielerische Einsatz von Fingerpuppen kann Wunder bewirken. Kleine Zahnfeen, die mit ihrer „Zauberbürste“ im Kindesmund unterwegs sind, haben schon viele überzeugte Putz-Verweigerer schließlich zum Einlenken bewegt.

Trotz allem Verständnis für die Kleinen unterstreichen Experten eines: Mutter und Vater sollten beim Thema Zähneputzen konsequent bleiben. Verweigert ein Kind das Putzen standhaft und geben sie dem nach, steht die künftige Zahngesundheit ihres Nachwuchses auf der Kippe. In schwierigen Fällen ist auch die Hilfe durch spezielle Kinderzahnärzte sinnvoll, die mit ihrem umfangreichen Erfahrungsschatz ratlosen Eltern sicher neuen Mut geben können.