Wie wirksam sind Zahnpflegekaugummis?

Wie wirksam sind Zahnpflegekaugummis?

Viele Menschen sind aufgrund ihrer erhöhten Anfälligkeit für Zahn- und Zahnfleischerkrankungen immer auf der Suche nach Alternativen, um ihre Mundhygiene bestmöglich zu unterstützen. Schnell kommt dabei der Einsatz von Zahnpflegekaugummis in den Blick, die immer mehr Hersteller in allerlei Geschmacksrichtungen anbieten.

Doch wie sinnvoll ist der Griff zu solch speziellen Kaugummis? Geht es dabei vor allem um ästhetische Gründe, sprich weißere Zähne? Oder ist das regelmäßige Kauen der zahnpflegenden Variante tatsächlich eine wirkungsvolle Ergänzung zur optimalen Zahnprophylaxe?

Was unterscheidet einen Zahnpflegekaugummi vom herkömmlichen Kaugummi?

Der wichtigste Unterschied: Spezielle Zahnpflegekaugummis enthalten grundsätzlich keinen Zucker und verursachen deshalb keine Karies. Das Label „zuckerfrei“ auf den Produkten entspricht somit den Tatsachen. Für einen dennoch angenehmen Geschmack sorgt ein natürlicher Zucker-Ersatzstoff namens Xylit. Xylit schmeckt wie handelsüblicher Zucker, enthält aber völlig andere Stoffe. Eine erstmals 1975 in Finnland durchgeführte Langzeitstudie konnte sogar eine beachtliche Wirksamkeit gegen Karies nachweisen: Über drei Jahre bekamen die an der Untersuchung beteiligten Probanden ausschließlich Xylit zum Süßen ihrer Lebensmittel. Ihr Karies-Risiko sank um bis zu 85 Prozent.

Ansonsten sind die Inhaltsstoffe der auf dem Markt erhältlichen Produkte immer recht ähnlich. Angereichert ist der Zahnpflegekaugummi mit wichtigen Mineralien und ausgewählten Vitaminen. Ein großes Plus für die Zahngesundheit ist die Tatsache, dass Zahnpflegekaugummis immer Fluorid zugesetzt ist. Fluor bzw. Fluorid ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das natürlicherweise z. B. in Seefisch vorkommt und unter anderem zur Härtung der Zähne beiträgt. Es stärkt den Zahnschmelz und macht den Zahn damit widerstandsfähiger gegen Zucker- oder Säureangriffe.
Im Vergleich zu normalen Kaugummis ist die zahnpflegende Variante also immer mit Zusatzstoffen angereichert, die explizit zur Zahngesundheit beitragen.

Herkömmliche Kaugummis setzen dagegen auf den klassischen Selbstreinigungseffekt durch den natürlichen Speichel. Das intensive Kauen hilft nämlich, den so wichtigen Speichelfluss ordentlich anzuregen. Auch damit ist im Hinblick auf die Mundhygiene schon viel gewonnen: Medizinische Studien haben bewiesen, dass die Einnahme von Kaugummis direkt nach der Nahrungsaufnahme den natürlichen Speichelfluss um das Zehnfache steigern und damit das Karies-Risiko mindern kann.

Sorgen Zahnpflegekaugummis wirklich für weißere Zähne?

In den letzten Jahren sind Zahnpflegekaugummis auch als Lifestyle-Produkt in Mode gekommen. Neben dem gewünschten frischen Atem versprechen einige der Produkte den so verheißungsvollen „White-Effekt“ – also strahlend weiße Zähne. Tatsächlich enthalten Zahnpflegekaugummis mikroskopisch kleine Schleifpartikel (sogenannte Mikrogranulate), die ganz sanft den Zahnschmelz säubern. Einigen Sorten wird auch Natriumcarbonat zugesetzt.

Allerdings wirken spezielle Kaugummis für weißere Zähne eher prophylaktisch: Vor allem soll künftigen Verfärbungen vorgebeugt werden. Ein bereits verfärbter Zahn wird durch den Einsatz der Kaugummis nicht plötzlich strahlend weiß. Außerdem muss man wissen, dass das Gebiss eines jeden Menschen eine andere natürliche Zahnfarbe aufweist, die man auch durch regelmäßiges Kaugummi-Kauen nur ansatzweise verändern kann. Das Versprechen weißerer Zähne ist somit eher ein ästhetischer Nebeneffekt, relevanter sind für die meisten Menschen durchaus die im Kaugummi enthaltenen Zusatzstoffe für die persönliche Zahnpflege.

Zahnpflegekaugummis als praktischer Begleiter für unterwegs

Ein großes Plus von zahnpflegenden Kaugummis ist deren unkomplizierte Anwendung im Alltag. Gerade wenn man oft unterwegs ist oder häufig Zwischenmahlzeiten einnimmt, ist der Griff zum Kaugummi eine bequeme Option. So empfehlen Ernährungsexperten, auf üppige Hauptmahlzeiten zu verzichten und stattdessen auf fünf kleine, über den Tag verteilte Zwischenmahlzeiten überzugehen. Allerdings stellt gerade das häufige Essen zwischendurch für die Mundhygiene eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar.

Zuckerfreie Zahnpflegekaugummis sind hier eine leicht umsetzbare Alternative zum Zähneputzen nach jeder Mahlzeit und passen als kleine Plättchen- bzw. Streifenpackungen in wirklich jede Jacken- oder Hosentasche. Damit der Zahnpflegekaugummi seine ganze Wirkung entfalten kann, muss er allerdings etwa zehn bis 15 Minuten intensiv gekaut werden. Das ist ein durchaus langer Zeitraum, wenn man das Ganze bewusst ausführt. Dabei dürfen keine anderen Nahrungsmittel in den Mund gelangen, nicht einmal das Spülen mit Wasser ist erlaubt.

Mediziner betonen zudem, dass der Einsatz von Zahnpflegekaugummis nur eine Ergänzung zur täglichen Zahnpflege sein kann. Es ersetzt erwartungsgemäß nicht das übliche Zähneputzen am Morgen und am Abend, das im Regelfall zu Hause stattfindet. Denn festsitzenden Zahnbelag kann ein Kaugummi ebenso wenig entfernen wie hartnäckige Nahrungsreste in den schwer erreichbaren Zahnzwischenräumen.

Der regelmäßige Einsatz von Zahnpflegekaugummis ist somit eine Möglichkeit der Prophylaxe, um dem Risiko für Erkrankungen an Zahn und Zahnfleisch erfolgreich entgegenzuwirken.